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Philibert und Fifi - Karikaturen des französischen Zwangsarbeiters P. Philibert Charrin im Nationalsozialismus


Datum: 15.03.2018 - 10.05.2018
Zeit: 00:00 - 00:00
Ort: Städtisches Museum Braunschweig, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14 38100 Braunschweig

Die Ausstellung zeigt Blätter Philibert Charrins (1920-2007), die er während seiner Dienstverpflichtung in den Jahren 1943 bis 1945 anfertigte: über 80 Karikaturen, Zeichnungen und Plakate, ergänzt um Originaldokumente aus seinem Nachlass.

 

Schon früh befasste sich der französische Künstler Philibert Charrin mit dem Nationalsozialismus. Er karikierte Hitler und Vasallen als lächerliche Großmäuler. 23jährig zur zivilen Zwangsarbeit in der Steiermark und im Burgenland verpflichtet, zeichnete Charrin sich eine eigene Welt. So oft es ging, skizzierte er mit spitzer Feder Lagerleben und -arbeit. Eine Besonderheit ist das Strichmännchen „Fifi“, Charrins Alter Ego, das als beobachtender Kommentator in den Zeichnungen auftaucht.

 

Einige Blätter musste Charrin verstecken, denn sie wiesen auf Widerstand oder Sabotage hin. Andere Darstellungen haben eher dokumentarischen Charakter und spiegeln den Alltag im Arbeitslager wider: Sie zeugen von den widrigen, harten Lebens- und Arbeitsumständen. Eines jedoch ist allen Zeichnungen in gleicher Weise eigen: Der Humor, mit dem Charrin seine Welt sah – ein Humor, der für ihn Freiheit bedeutete.

 

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Charrins Zeichnungen ausgestellt und publiziert. In den Folgejahren erlangte er als französischer Künstler mit seinen Gemälden und Collagen großes Ansehen. Für seine Karikaturen als Zwangsarbeiter interessierte sich zunächst niemand mehr und er selbst verschloss diesen Lebensabschnitt in sich – bis kurz vor seinem Tod. Nach mehr als 70 Jahren entwickelte das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln eine Ausstellung zu diesem einzigartigen Schatz, der zum ersten Mal nach 1946 wieder öffentlich zu sehen war.

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